
Hamburg, 2. Juli 2026 – Ihre Biografie liest sich wie die einer Weltenbummlerin: In Kalifornien häkelte sie bayrische Strickjacken für Luxusläden, in der Schweiz arbeitete sie in der Spitzengastronomie und in Iran flog der Schah von Persien im Helikopter mit Farah Diba vor ihren Augen davon. In München verkehrte sie anschließend in Kreisen von Hochadel und Schickeria. Dann eine finanzielle Zäsur: Gisela Harrer fiel vom Queensize-Bett in den Autositz, lebte monatelang im roten VW Golf und besann sich in ihrer Heimat, der Oberpfalz, auf ihre familiären Wurzeln: Die Mutter hatte ihr das Wissen um Kräuter vermittelt, also sammelte sie Wildkräuter auf den Wiesen – und verkaufte sie mit Erfolg an die Münchener Spitzenköche: Brennnesseln an Hans Haas im Tantris, Bärlauch an Alfons Schuhbeck. Heute kreiert die 78- jährige Oberpfälzerin zum Beispiel Kräutersirup für Mocktails und vermittelt ihr Wissen über Wildkräuter in einem Workshop (9.-11. Oktober 2026) an die Gäste des Berchinger Hotels Engelwirt – Spitzenkoch Tommy Schäfer kreiert dazu ein besonderes Wildkräuter-Menü.
Während des Workshops geht es mit Gisela Harrer zu einer Wanderung über die Wiesen des Altmühltals, da werden Wildkräuter gesammelt. Zurück im Hotel dreht sich alles um die Nutzung und unterschiedliche Verarbeitung. Gisela Harrer sagt Sätze wie: »Bitte mehr Bitterstoffe!« oder »I bin pumperlgsund«. Und im Laufe des Nachmittags übergibt sie das Zepter an Tommy Schäfer, der bei Heinz Winkler in Aschau gelernt hat und heute unter anderem der Hauskoch im Engelwirt für besondere Anlässe ist. Gemeinsam mit den Gästen bereitet er ein Menü aus Wildkräutern zu und gibt Tricks und Tipps zu ihrer Verabeitung in der Küche ab. Wie das Menü genau aussehen wird? Dazu möchte sich der 59-jährige sympathische Koch noch nicht äußern. Er sagt: Das liegt ganz dran, was auf den Wiesen zu finden ist.
Neben der Natur können Gäste des Hotels auch in feinste Kultur eintauchen: Der Engelwirt ist ein Kunsthotel par excellence. Das komplett restaurierte Probstanwesen aus dem 17. Jahrhundert mit seinen insgesamt 15 Zimmern und Suiten wurde 2024 von Michael und Stephanie Zink eröffnet. Hier leben Gäste mit und in der Kunst. In Zimmer fünf etwa wird man von zwei grün uniformierten Hunden empfangen, die einen Taucher auf dem Mond retten, dessen Montur an Neil Amstrong erinnert. »Diver on moon« ist eine Arbeit des Franzosen Gregory Forstners. Vor dem Werk stehen zwei kleine grüne Hocker mit Bildbänden zum Schmökern. Wo immer die Blicke hängen bleiben: Malerei und Skulpturen harmonieren mit ausgesuchten Designmöbeln von Eames, Moormann, Wegner, Prouvé und Moroso und mit historischen Elementen wie Stuckdecken, opulent geschnitzten Eichentüren und Rosenspitzbögen. Der Engelwirt ist eben ein Genuss für alle Sinne.

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